Immunsystem stärken im Herbst: So bleibt dein Hund in der nasskalten Jahreszeit gesund

Wenn die Blätter fallen, die Tage kürzer werden und der erste Nebel über die Wiesen zieht, beginnt für viele Hunde eine besonders anspruchsvolle Zeit. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen weiter und beim Spaziergang wird man des Öfteren von Regen überrascht – im Herbst und Winter ist es wichtig, das Immunsystem unserer Vierbeiner zu unterstützen. Nasses Fell, kalter Untergrund und schwankende Temperaturen fordern den Organismus deines Hundes deutlich stärker als im Sommer.
Im Herbst und Winter fordern Nässe sowie niedrige Temperaturen den Körper deines Vierbeiners und erhöhen das Risiko für Erkältungen. Damit dein Hund die nasskalte Jahreszeit gut überstehen und mit stabiler Abwehr durch den Winter kommen kann, lohnt sich ein Blick auf Ernährung, Alltagsroutinen und Warnsignale, die du kennen solltest.
Warum das Herbstwetter das Immunsystem besonders fordert
Feuchtigkeit und Kälte wirken auf zwei Ebenen: Sie kosten Energie, weil der Körper permanent gegen den Wärmeverlust arbeitet, und sie schaffen ein Milieu, in dem sich Krankheitserreger leichter ausbreiten. Ein durchnässtes Fell verliert seine isolierende Wirkung fast vollständig, wodurch der Hund schneller auskühlt als bei trockener Kälte. Gleichzeitig verändert sich oft der Tagesrhythmus: kürzere, aber ebenso wichtige Spaziergänge, weniger Sonnenlicht und mitunter weniger Bewegung insgesamt. All das kann die körpereigenen Abwehrkräfte schwächen, wenn man nicht gezielt gegensteuert.
Die wichtigsten Vitalstoffe und Zusätze für den Herbst
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren, etwa aus hochwertigem Lachs- oder Krillöl, gehören zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungen für Hunde. Omega-3 aus hochwertigem Lachsöl oder Krillöl ist ein natürlicher Entzündungshemmer und hilft dem Immunsystem, kleine Baustellen im Körper schnell zu löschen, bevor sie zu großen Problemen werden. Darüber hinaus tun sie dem Fell gut, das im Herbst durch Nässe und Wind ohnehin stärker beansprucht wird.
Hagebutte
Kaum ein Hausmittel wird im Zusammenhang mit der Immunabwehr von Hunden so oft genannt wie die Hagebutte. Besonders bei Stress oder im Winter reicht die körpereigene Vitamin-C-Produktion oft nicht aus, weshalb Hagebutten mit ihrem extrem hohen Vitamin-C-Gehalt eine ideale Unterstützung bieten und als starkes Antioxidans die Immunzellen vor freien Radikalen schützen. Auch der Anteil an B-Vitaminen und Beta-Carotin macht die Frucht der Hundsrose zu einem sinnvollen Zusatz im Futter.
Wichtig ist dabei die richtige Dosierung: Bei anfälligeren Hunden kann man im Herbst eine Kur mit Hagebuttenpulver machen, um das Immunsystem vor dem Winter zu stärken, wobei ein Richtwert von 0,5 Gramm pro 5 Kilogramm Hund und Tag gilt. Da Hagebutten neben Vitamin C auch Kupfer enthalten, das die Zinkaufnahme beeinträchtigen kann, sollte das Pulver nach Empfehlung von Ernährungsberatern nicht dauerhaft, sondern eher kurweise gefüttert werden. Kupfer ist ein Gegenspieler von Zink, zu viel Kupfer vermindert die Aufnahme von Zink und erhöht zudem die Zink-Ausscheidung über die Nieren, weshalb Hagebuttenpulver nicht dauerhaft gefüttert werden sollte.
Probiotika und eine gesunde Darmflora
Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Probiotika unterstützen den Aufbau und Erhalt einer stabilen Darmflora, was sich direkt auf die Abwehrkräfte auswirkt. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und unterstützen Gelenke, während Probiotika die Darmflora stabilisieren, die stark mit dem Immunsystem verknüpft ist. Besonders nach einer Antibiotikagabe oder bei empfindlicher Verdauung kann eine gezielte Kur mit Pro- und Präbiotika sinnvoll sein, um die guten Darmbakterien wieder aufzubauen.
Weitere sinnvolle Helfer
Neben Omega-3 und Hagebutte gibt es weitere natürliche Zusätze, die im Herbst häufig empfohlen werden:
- Spirulina: Diese Süßwasseralge liefert B-Vitamine, Eisen und Omega-3-Fettsäuren und kann die Zellaktivität sowie die Bildung von Antikörpern unterstützen.
- Zink und Echinacea: Werden häufig als pflanzliche beziehungsweise mineralische Unterstützung der Abwehrkräfte genannt.
- Hochwertiges, artgerechtes Futter: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend hochwertigem Eiweiß bildet die Basis, da Immunzellen aus Proteinen bestehen.
Wichtig: Nicht jedes Nahrungsergänzungsmittel passt zu jedem Hund. Vitamin-Komplexe und höher dosierte Präparate solltest du nach Rücksprache mit dem Tierarzt einsetzen, da Überdosierungen bestimmter Vitamine und Spurenelemente ebenfalls Schaden anrichten können.
Alltagstipps zur Stärkung der Abwehrkräfte
Bewegung bei jedem Wetter
Auch wenn der Sofa-Tag bei Regen verlockend erscheint, gehört regelmäßige Bewegung zu den wichtigsten Bausteinen eines starken Immunsystems. Tägliche Spaziergänge – auch bei Schmuddelwetter – sind das beste Training für den Körper, kurbeln die Durchblutung an, bringen den Kreislauf in Schwung und stärken die Abwehrkräfte. Wichtig ist, dass die Bewegung zur Kondition und zum Alter des Hundes passt: lieber mehrere kürzere Runden als eine einzige, komplett durchnässte Tour.
Erholung und Rückzugsorte
Nach dem Spaziergang braucht dein Hund einen warmen, trockenen und zugluftfreien Platz zum Ausruhen. Ausreichender, ungestörter Schlaf ist für ein funktionierendes Immunsystem ebenso wichtig wie Bewegung. Handtücher bereithalten, um nasses Fell zügig abzutrocknen, hilft zusätzlich, unnötigen Wärmeverlust zu vermeiden.
Unterkühlung vorbeugen
- Nach dem Spaziergang Fell und Pfoten gründlich trocknen.
- Bei sehr nassem oder kaltem Wetter kurze, aber regelmäßige Runden statt langer Ausflüge einplanen.
- Für frierempfindliche Hunde einen gut sitzenden Hundemantel in Betracht ziehen.
- Feste, geschützte Liegeplätze ohne Zugluft und Bodenkälte anbieten.
Wann zum Tierarzt?
- Anhaltendes, starkes Zittern, das sich auch im Warmen nicht legt.
- Auffällige Schwäche, Teilnahmslosigkeit oder verlangsamte Reaktionen.
- Verkrampfte Körperhaltung, aufgestelltes Fell und eingeklemmte Rute.
- Bläulich oder grau wirkende Schleimhäute.
- Anhaltender Husten, Nasenausfluss, Fieber oder Appetitlosigkeit über mehrere Tage.
- Deutlich reduzierte Aktivität und Antriebslosigkeit ohne erkennbaren Grund.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu oft anrufen und den Fall mit der Tierarztpraxis besprechen, als ein ernstes Problem zu übersehen. Gerade bei welpen- oder seniorenhaften Hunden sowie bei Tieren mit Vorerkrankungen lohnt es sich, im Herbst und Winter etwas aufmerksamer zu sein als sonst.
Fazit
Ein starkes Immunsystem entsteht nicht über Nacht, sondern durch das Zusammenspiel von hochwertiger Ernährung, sinnvollen Zusätzen wie Omega-3-Fettsäuren, Hagebutte und Probiotika, ausreichend Bewegung sowie geschützten Ruhephasen. Wer zusätzlich die typischen Anzeichen von Unterkühlung kennt und im Zweifel den Tierarzt kontaktiert, gibt seinem Hund die besten Voraussetzungen, um gesund und munter durch die nasskalte Jahreszeit zu kommen.
Quellen
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