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Gesundheit

Ohrenpflege beim Hund: Ohren richtig reinigen und Entzündungen vorbeugen

Autor: Simon
AutorSimon
Veröffentlicht15. September 2026
Lesezeit5 Min.
Golden Retriever schwimmt in einem klaren Bergsee mit Wäldern und Bergen im Hintergrund
Schlappohren, Haare im Gehörgang, feuchte Ohren nach dem Baden: Viele Hunde sind besonders anfällig für Ohrenentzündungen. Hier erfährst du, wie du Warnsignale erkennst und die Ohren deines Hundes sicher und richtig reinigst.

Ob nach dem Baden im See, nach dem Spaziergang durchs hohe Gras oder einfach im ganz normalen Alltag: Die Ohren gehören zu den empfindlichsten und zugleich am häufigsten vernachlässigten Körperstellen unserer Hunde. Wer regelmäßig einen Blick ins Ohr wirft und bei Bedarf richtig reinigt, kann schmerzhaften Entzündungen vorbeugen und teure Tierarztbesuche vermeiden. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Rassen besonders gefährdet sind, woran du eine beginnende Ohrenentzündung erkennst und wie die Ohrenreinigung tierärztlich korrekt gelingt.

Warum manche Hunde anfälliger für Ohrprobleme sind

Grundsätzlich kann jeder Hund eine Ohrenentzündung entwickeln, egal ob Steh- oder Schlappohr. Selbst Hunde mit aufrechten Ohren können nach dem Baden Probleme bekommen, vor allem wenn sie sich anschließend nicht ausgiebig schütteln dürfen. Doch das Risiko ist nicht bei allen Rassen gleich hoch.

Bei Hunden mit Hängeohren, wie dem Cocker Spaniel oder dem Basset Hound, ist die Belüftung des Gehörgangs eingeschränkt. Dadurch entsteht ein warmes, feuchtes Milieu, das das Wachstum von Bakterien und Hefepilzen begünstigt und das Risiko für Infektionen deutlich erhöht. Zusätzlich spielt bei vielen Rassen die Anatomie des Ohres selbst eine Rolle, etwa wenn viel Haarwuchs im Gehörgang die natürliche Selbstreinigung erschwert.

Rassen mit erhöhtem Risiko

  • Cocker Spaniel und Basset Hound: lange, schwere Schlappohren mit schlechter Luftzirkulation
  • Pudel und Bichon-artige Rassen: dichter Haarwuchs direkt im Gehörgang
  • Bassets, Bloodhounds und andere Hunde mit sehr langen, tief hängenden Ohren
  • Retriever-Rassen, die häufig schwimmen und dadurch Feuchtigkeit im Ohr sammeln

Für diese Rassen gilt: Eine regelmäßige Kontrolle der Ohren ist besonders wichtig, vor allem bei Schlappohren oder Hunden, die gerne schwimmen. Wer zu einer dieser Rassen gehört, sollte die Ohren daher öfter kontrollieren als kurzhaarige Hunde mit Stehohren.

Symptome einer Ohrenentzündung erkennen

Je früher eine beginnende Otitis erkannt wird, desto einfacher und schneller lässt sie sich behandeln. Achte auf folgende Warnsignale:

  • Häufiges, auffälliges Kopfschütteln
  • Vermehrtes Kratzen oder Reiben der Ohren, teils bis zur Selbstverletzung
  • Schiefhalten des Kopfes oder Reiben des Kopfes am Boden
  • Unangenehmer, süßlicher, säuerlicher oder fauliger Geruch aus dem Ohr
  • Verändertes Ohrsekret: dunkler, bräunlicher oder eitriger Ausfluss
  • Rötung, Schwellung oder spürbare Wärme im Ohrbereich
  • Schmerzempfindlichkeit beim Berühren des Kopfes oder der Ohren

Bei fortgeschrittenen Entzündungen können weitere Symptome hinzukommen, etwa eine Beeinträchtigung des Hörvermögens oder sogar Gleichgewichtsstörungen, wenn das Mittel- oder Innenohr betroffen ist. In solchen Fällen torkelt der Hund mitunter, läuft im Kreis oder verliert kurzfristig das Gleichgewicht.

Wann unbedingt zum Tierarzt

Wenn sich der Hund plötzlich ständig am Ohr kratzt, mit dem Kopf schüttelt oder das Streicheln am Ohr meidet, ist das ein deutliches Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte. Eine frühzeitige tierärztliche Diagnose ist entscheidend, um Schmerzen zu lindern und Folgeschäden am Gehör zu vermeiden. Der Tierarzt kann mit einem Otoskop ins Ohr schauen, die genaue Ursache bestimmen und bei Bedarf eine Probe entnehmen, um Bakterien, Pilze oder Ohrmilben nachzuweisen.

Ohren richtig reinigen: Schritt für Schritt

Für die gewöhnliche Reinigung reicht bei vielen Hunden bereits ein feuchtes, fusselfreies Tuch. Bei stärkerer Verschmutzung oder als vorbeugende Pflege bei anfälligen Rassen kommt ein spezieller Ohrenreiniger für Hunde zum Einsatz. Diese Produkte aus Apotheke, Zoofachhandel oder Tierarztpraxis sind auf die empfindliche Haut im Gehörgang abgestimmt und enthalten häufig Wirkstoffe, die überschüssiges Ohrenschmalz sanft aufweichen.

  1. Wähle einen ruhigen Moment, in dem dein Hund entspannt und nicht hungrig oder verspielt ist. Am besten eignet sich die Zeit nach einem ausgiebigen Spaziergang.
  2. Führe die Reinigung möglichst im Freien oder auf leicht abwischbarem Untergrund durch, da der Hund danach kräftig den Kopf schütteln wird.
  3. Halte die Flasche mit dem Ohrenreiniger auf Kopfhöhe des Hundes und gib die Lösung gemäß Herstellerangabe in den Gehörgang, ohne die Öffnung mit den Händen zu berühren.
  4. Massiere den Ohrgrund sanft von außen für etwa 20 bis 30 Sekunden. Ein leichtes schmatzendes Geräusch zeigt, dass sich die Lösung im Gehörgang verteilt.
  5. Lass deinen Hund den Kopf schütteln. Das befördert gelöste Verunreinigungen und überschüssige Flüssigkeit von selbst nach außen.
  6. Wische anschließend nur den sichtbaren, äußeren Bereich der Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang mit einem weichen Tuch oder Wattepad vorsichtig aus.

Als Tuch eignet sich ein weiches, sauberes Baumwolltuch oder fusselfreie Watte. Parfümierte Feuchttücher solltest du vermeiden, da sie das empfindliche Ohr zusätzlich reizen können. Wie oft eine Reinigung nötig ist, hängt von Rasse und individueller Neigung zu Verschmutzungen ab, für die meisten Hunde reicht eine wöchentliche Kontrolle, während Rassen mit Hängeohren oder starkem Haarwuchs im Ohr oft eine häufigere Reinigung benötigen.

Absolutes Tabu: Wattestäbchen und andere spitze Gegenstände

Ein absolutes No-Go bei der Säuberung der Hundeohren sind Wattestäbchen. Mit ihnen riskierst du, das Trommelfell deines Hundes zu beschädigen oder Ohrenschmalz und Verunreinigungen noch tiefer in den Gehörgang zu schieben, statt sie zu entfernen. Genau wie beim Menschen gilt: Was im Ohr nicht von selbst herauskommt, sollte auch nicht mit Gewalt hineingeschoben werden.

Besonders riskant sind Wattestäbchen, wenn sich bereits Grannen oder andere Fremdkörper im Ohr befinden, da diese dadurch noch tiefer eindringen können. Auch bei stark verfilzten oder festgewachsenen Haaren im Ohr solltest du nicht selbst hantieren, sondern das Entfernen dem Tierarzt oder einer erfahrenen Hundepflegerin überlassen, um Verletzungen zu vermeiden.

  • Keine Wattestäbchen oder andere spitze Gegenstände in den Gehörgang einführen
  • Kein Desinfizieren der Reinigungsflasche, um die Lösung nicht zu kontaminieren
  • Keine parfümierten Feuchttücher oder Hausmittel ohne Rücksprache mit dem Tierarzt verwenden
  • Bei Schmerzen, starkem Widerstand oder deutlich verändertem Sekret die Reinigung abbrechen und tierärztlichen Rat einholen

Ohrenpflege als Teil der Routine etablieren

Am einfachsten lässt sich die Ohrenkontrolle etablieren, wenn der Hund schon als Welpe an das Berühren von Ohren und Kopf gewöhnt wird. Ein entspannter Moment, in dem der Kopf beim Streicheln locker auf dem Schoß liegt, eignet sich ideal für eine sanfte Gewöhnung. So wird die spätere Reinigung für Hund und Halter deutlich stressfreier.

Eine regelmäßige, aber nicht übertriebene Pflege gehört zur Gesundheitsvorsorge jedes Hundes, unabhängig von der Rasse. Wer Anatomie und individuelle Risikofaktoren seines Hundes kennt, kann Ohrenentzündungen oft schon im Ansatz erkennen und dem Vierbeiner damit viel Schmerz und Stress ersparen. Im Zweifel gilt jedoch immer: lieber einmal zu oft die Ohren vom Tierarzt kontrollieren lassen, als eine beginnende Entzündung zu übersehen.

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