Sandpfoten – StartseiteSandpfoten
Gesundheit

Unterwolle richtig ausbürsten: So bleibt das Fell luftig und gesund

Autor: Simon
AutorSimon
Veröffentlicht13. September 2026
Lesezeit6 Min.
Grauer und weißer Husky liegt auf Teppich im Wohnzimmer, Mensch streichelt ihn
Schäferhund, Husky und Aussie haaren ordentlich – aber nur mit dem richtigen Werkzeug und der passenden Technik lässt sich die dichte Unterwolle wirklich gründlich und schonend ausbürsten. Wir zeigen, welches Zubehör sich bewährt und welche Fehler die Hundehaut reizen können.

Wer einen Schäferhund, Husky oder Australian Shepherd zu Hause hat, kennt das Bild: Nach dem Bürsten liegt gefühlt ein zweiter Hund aus Wolle auf dem Boden. Rassen mit dichter Unterwolle haaren nicht einfach nur viel – sie brauchen eine gezielte, regelmäßige Pflege, damit die Haut darunter gesund bleibt und das Fell seine natürliche Schutzfunktion erfüllen kann. In diesem Ratgeber erfährst du, welches Zubehör wirklich sinnvoll ist und welche Fehler beim Ausbürsten der Unterwolle vermieden werden sollten.

Warum die Unterwolle so wichtig ist

Hunde mit einem sogenannten Doppelfell besitzen zwei Haarschichten: das robuste, oft leicht abweisende Deckhaar und darunter die weiche, dichte Unterwolle. Die Unterwolle ist weich, fein und dicht und dient als natürliche Isolierung, die den Hund sowohl vor Kälte als auch vor Hitze schützt. Genau deshalb ist es so wichtig, diese Schicht regelmäßig auszubürsten, statt sie einfach wachsen zu lassen oder den Hund gar zu scheren.

Weißer Hund wird mit Kamm gebürstet, Nahaufnahme der Fellpflege

Ein Hund mit flauschigem, hellem Fell wird sorgfältig mit einem Kamm durchgekämmt. Die Aufnahme zeigt die wichtige Pflegeroutine zur Erhaltung eines gesunden und glänzenden Hundefells.

Während die Unterwolle den Hund vor Kälte schützt, schützt das Deckhaar zum Beispiel vor Sonnenbrand. Wer einen doppelt behaarten Hund schert, entfernt damit auch das Deckhaar und nimmt dem Tier eine wichtige Schutzschicht – die Unterwolle selbst muss aber trotzdem raus, da sich in ihr Dreck und Parasiten ablagern können. Ausbürsten statt Scheren lautet daher die goldene Regel für Rassen wie Schäferhund, Husky oder Aussie.

Das richtige Zubehör für dichtes Fell

Nicht jede Bürste ist für jeden Felltyp geeignet. Bei Hunden mit dichter Unterwolle bewährt sich in der Praxis eine Kombination aus mehreren Werkzeugen, die Schritt für Schritt eingesetzt werden.

Unterwollbürsten und De-Shedding-Tools

Spezielle Unterwollbürsten mit feinen, oft leicht abgewinkelten Metallzinken sind darauf ausgelegt, tief durch das Deckhaar bis an die Unterwolle vorzudringen, ohne dabei das Deckhaar unnötig zu strapazieren. Werkzeuge wie der FURminator sind besonders geeignet, da sie lose Unterwolle entfernen, ohne das Deckhaar zu beschädigen. Rassen mit dichter Unterwolle wie Golden Retriever, Huskys oder Deutsche Schäferhunde profitieren besonders von der regelmäßigen Anwendung eines deShedding-Werkzeugs, das lose Unterwolle entfernt, ohne das Deckhaar zu beschädigen.

Wichtig dabei: Es ist wichtig, das richtige Werkzeug für den Felltyp des jeweiligen Hundes zu verwenden, da es unterschiedliche Modelle für langhaarige und kurzhaarige Hunde gibt. Ein zu kurzes oder zu langes Modell arbeitet entweder gar nicht bis zur Haut vor oder reißt zu grob durch das Fell.

Striegel als Ergänzung

Ein Striegel, auch Entwirrungshaken genannt, hilft dabei, bis auf die Haut vorzudringen und lockert die Unterwolle vor dem eigentlichen Auskämmen. Gerade bei stockhaarigen Rassen wie dem Deutschen Schäferhund berichten erfahrene Halter, dass ein Universalstriegel zuverlässig lose Unterwolle löst, bevor mit einer feineren Bürste nachgearbeitet wird.

Die richtige Reihenfolge beim Bürsten

Damit das Ausbürsten der Unterwolle wirklich gründlich, aber schonend gelingt, hat sich eine feste Abfolge bewährt:

  1. Zuerst das Deckhaar mit einer normalen Bürste in Wuchsrichtung durchkämmen, um grobe Verschmutzungen und lose Haare zu entfernen
  2. Mit einem Kamm nachgehen, um Knötchen und Verfilzungen aufzuspüren, bevor sie größer werden
  3. Anschließend mit Striegel oder Unterwollbürste gezielt die tieferen Fellschichten bearbeiten
  4. Zum Abschluss eine Massagebürste einsetzen, die die Durchblutung anregt und für den Hund angenehm ist

Grundsätzlich gilt: immer erst bürsten, dann kämmen. Eine Massagebürste regt zudem die Durchblutung an und ist eine gute Belohnung nach der Prozedur. So wird aus der Fellpflege ein entspannendes Ritual statt einer lästigen Pflicht.

Typische Fehler, die zu Hautreizungen führen

Gerade bei dichter Unterwolle passieren beim Bürsten schnell Fehler, die für den Hund unangenehm werden oder sogar der Haut schaden. Wer diese Stolperfallen kennt, kann sie leicht vermeiden.

Falsches Werkzeug für den Felltyp

Ein häufiger Fehler ist die Wahl der falschen Bürste: Harte Drahtbürsten auf empfindlicher Kurzhaarhaut können Mikroverletzungen verursachen, während eine zu weiche Bürste bei einem langhaarigen Hund mit dichter Unterwolle kaum Wirkung zeigt. Vor dem Kauf lohnt sich daher ein Blick auf die Felllänge und -struktur des eigenen Hundes.

Zu grobes oder zu seltenes Bürsten

Auch ein zu grobes Bürsten ist ein großer Fehler: Wenn das Fell zu stark oder zu grob bearbeitet wird, kann das die Haut des Hundes reizen und im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen. Genauso problematisch ist das andere Extrem. Zu seltenes Bürsten, vor allem während des Fellwechsels, führt dazu, dass lose Unterwolle im Fell verbleibt, verfilzt, die Luftzirkulation an der Haut behindert und Hitzestau, Juckreiz oder Hautentzündungen begünstigt.

Auch außerhalb der intensiven Fellwechsel-Phasen im Frühling und Herbst gilt: Wird abgestorbene Unterwolle nicht entfernt, kann sie im Fell verbleiben, verknoten und die Haut daran hindern zu atmen, was Hitzestau, Hautirritationen und im schlimmsten Fall bakterielle Infektionen begünstigt. Bei Rassen mit besonders dichter Unterwolle sollte deshalb gerade im Fellwechsel häufiger gebürstet werden als sonst.

Gegen den Strich bürsten

Ein weiterer Fehler ist das Bürsten gegen den Strich, was für viele Hunde unangenehm bis schmerzhaft ist und die Haarfollikel strapazieren kann. Wer die Unterwolle lösen möchte, sollte daher grundsätzlich in Wuchsrichtung arbeiten und erst danach, falls überhaupt nötig, sehr vorsichtig gegen den Strich nachbürsten, um verbliebene lose Haare zu erfassen.

Zu viel Druck an empfindlichen Stellen

Nicht jede Körperstelle vertragt den gleichen Druck. Besonders bei Rücken, Flanken, Ohren, Brust und Hals sollte man bei der Fellpflege vorsichtig sein, damit sie für den Hund angenehm bleibt. Hier ist die Haut oft dünner und empfindlicher als etwa auf dem Rücken, sodass ein zu kräftiger Zug mit dem Striegel schnell zu Rötungen führt.

Übertriebene Pflege

So wichtig regelmäßiges Bürsten ist, so wenig hilft es, es zu übertreiben. Übertriebene Pflege oder falsch gewählte Mittel können Haut und Fell mehr schaden als nützen, weshalb es das Ziel sein sollte, typische Pflegefehler zu erkennen und zu vermeiden, ohne Stress und ohne Überpflege. Ein bis zwei gründliche Einheiten pro Woche reichen bei den meisten Hunden mit dichter Unterwolle völlig aus, während der Fellwechsel kann täglich gebürstet werden.

Fellpflege als Routine etablieren

Am einfachsten gelingt das Ausbürsten der Unterwolle, wenn der Hund von klein auf daran gewöhnt wird. Welpen sollten frühzeitig spielerisch an Bürste, Kamm und Berührungen gewöhnt werden, denn kurze, positive Pflegeeinheiten fördern Vertrauen und erleichtern die spätere Fellpflege erheblich. Bei erwachsenen Hunden, die das Bürsten noch nicht gewohnt sind, hilft es, langsam anzufangen und die Sitzungen schrittweise zu verlängern.

Ein weiterer praktischer Nebeneffekt der regelmäßigen Fellpflege: Das Kämmen entfernt nicht nur loses Haar und Schmutz, sondern sorgt für eine bessere Durchblutung der Haut, und man kann den Hund dabei gleich auf Zecken, Flöhe oder Hautirritationen überprüfen. So wird aus der reinen Fellpflege ganz nebenbei auch ein kleiner Gesundheitscheck.

Fazit

Rassen mit dichter Unterwolle wie Schäferhund, Husky oder Australian Shepherd brauchen kein aufwendiges, aber ein durchdachtes Pflegeprogramm. Mit der richtigen Kombination aus Bürste, Striegel und De-Shedding-Tool, angewendet in der passenden Reihenfolge und mit dem nötigen Feingefühl an empfindlichen Stellen, bleibt das Fell luftig, die Haut gesund und die gemeinsame Pflegezeit für Hund und Halter ein entspanntes Ritual statt einer lästigen Pflicht.

Artikel teilen: